Warum Achtsamkeit im Alltag dich glücklicher macht
achtsamkeit im alltag

Warum Achtsamkeit im Alltag dich glücklicher macht

Noch nie war unser Leben so komplex wie in der heutigen Zeit. Wir werden jede Sekunde mit tausenden von Informationen bombardiert. Sei‘ es der Newsticker von Spiegel Online, die Push-Benachrichtigungen bei Instagram, oder das tolle Video von deiner Mama von einem singenden Osterhasen in einem Feuerwehrkostüm.

Auch wenn du ab und zu mit dem Gedanken spielst dich bei ‚Goodbye Deutschland‘ zu bewerben um deine eigene Pommesbude auf Mallorca zu eröffnen, kann ich dir nur raten – tu‘ es bitte nicht.

Es gibt eine viel einfachere Möglichkeit, wie du dein Leben entschleunigen kannst – und zwar durch Achtsamkeit im Alltag.

Ich möchte dir in diesem Artikel zeigen, warum und vor allem wie du durch Achtsamkeit im Alltag zu einem glücklicheren Menschen wirst.

Damit du nicht nur von mir, sondern auch von den intelligenten Wissenschaftlern da draußen hörst, wie wichtig Achtsamkeit im Alltag ist, werde ich dir eine spannende Studie vorstellen. Und zum krönenden Abschluss gebe ich dir noch ein paar tolle Achtsamkeitsübungen an die Hand, die du super einfach in deinem Alltag einbauen kannst.

 

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit ist das bewusste wahrnehmen was in dir und außerhalb von dir passiert. 

Dabei darfst du deine Wahrnehmungen nicht bewerten, sondern sollst sie einfach auf dich wirken lassen. 

Dadurch fällst du nicht so schnell ein Urteil über eine Situation oder eine Gefühlsregung und kannst eine Art Vogelperspektive einnehmen.

In unserem Alltag machen wir leider oft genau das Gegenteil von Achtsamkeit. Während wir Essen, schauen wir zum dritten Mal Modern Family auf Netflix und planen gleichzeitig in Gedanken die nächsten Stunden unseres Tages. Dabei vergessen wir im Moment zu sein. Wir schwirren mit unseren Gedanken in der Vergangen und Zukunft herum. Dieses Phänomen wird auch als Mind wandering bezeichnet.

Und nicht nur ich, sondern auch Harvard ist der festen Überzeugung, dass wir über alles mögliche nachdenken, nur nicht darüber, was gerade im Moment passiert.

Harvard Studie zum Thema ‘Mind Wandering‘

Achtsamkeit im Alltag
 

2010 haben zwei Psychologen der Harvard Universität eine Studie mit über 2.000 Probanden durchgeführt. In unregelmäßigen Abständen wurden die Teilnehmer gefragt, welcher Aktivität sie gerade nachgehen und ob sie an diese Aktivität denken oder mit den Gedanken ganz woanders sind.

Das Ergebnis der Studie war eindeutig. 47 Prozent (!!!) der Zeit waren die Studienteilnehmer nicht bei der Sache. Sie haben ihre Gedanken unbewusst schweifen lassen.

Vorteile von Mind Wandering

Es hat auch Vorteile, wenn du deine Gedanken schweifen lässt und mit deinen Gefühlen und Gedanken in der Zukunft und Vergangenheit herumwanderst:

  1. Dein kreatives Denken wird gefördert

  2. Es hilft dir dabei in der Zukunft zu planen

  3. Deine Vergangenheit macht dich zu dem Menschen, der du heute bist

Aber wenn es um das Thema Glück geht sind die Wissenschaftler sich einig:

Je öfter wir mit unseren Gedanken im Moment sind, desto Glücklicher sind wir.

Damit bestätigen die Harvard-Psychologen, was in der Philosophie und Religion schon seit Jahrhunderten gepredigt wird:

A wandering mind is an unhappy mind.

Da ist es auch kein Zufall, dass unser Glücksniveau am höchsten ist, wenn wir uns körperlich betätigen (sowohl im Fitnessstudio, als auch im Schlafzimmer) oder ein gutes Gespräch mit einer Person führen.

Übertragen wir das auf unseren Alltag, heißt das, dass wir 47 Prozent der Zeit mit unseren Gedanken nicht im Moment sind. Wir sind nicht Achtsamkeit. Man könnte sogar sagen, wir verpassen fast die Hälfte unseres Lebens und damit auch die Hälfte von unserem Glück.

   

Vorteile von Achtsamkeit

Neben dem erhöhten Glücksniveau gibt es noch weitere Vorteile, wieso es sich lohnt im Alltag achtsam zu sein.

  1. Du wirst Stressresistenter

Achtsamkeit hilft dir dabei tiefsitzende, unbewusste Reiz-Reaktionsmuster zu erkennen, zu stoppen und sie aufzulösen. Indem du anfängst deine inneren und äußeren Erfahrungen wertfrei zu beobachten, kannst du viel besser reflektieren, wieso du dich in einem Moment so fühlst, wie du dich eben fühlst.

  1. Deine Produktivität und Konzentration erhöhen sich

Wenn du dich nur noch darauf fokussierst was im Moment passiert und dich nicht ablenken lässt, dann steigt deine Konzentrationsfähigkeit und damit auch deine Produktivität.

Sprich – nicht jede zwei Minuten ein Seitenblick auf dein Handy werfen, sondern sich wirklich nur darauf konzentrieren, was man gerade zu erledigen hat.

Quick Tipp:

Solltest du  Probleme damit haben dich auf der Arbeit oder während des Lernens zu konzentrieren, kann ich dir die Pomodoro-Technik sehr ans Herz legen. Ich habe mir dafür die Smartphone App Focus Keeper heruntergeladen. Und was soll ich sagen, es funktioniert.

  1. Es hilft dir aus deiner negativen Gedankenspirale auszubrechen

Das geht wohl mit einem erhöhten Glücksniveau einher. Wenn du dich davon löst in deinen negativen Gedanken herumzuschwirren und dir auszumalen wie schrecklich deine Zukunft sein wird – dann gibt es gar nicht mehr so viele Dinge, die du im Moment als negativ empfindest.

Während Achtsamkeit früher in die Esoterik-Ecke gesteckt wurde, ist sie heutzutage wissenschaftlich fundiert und hält immer mehr Einzug in unsere westliche Gesellschaft.

Sogar große Unternehmen wie Google oder SAP setzen auf Achtsamkeitskurse, obwohl das bestimmt nicht nur aus Nächstenliebe passiert.

Achtsamer Mitarbeiter = Produktiver Mitarbeiter = Höherer Unternehmensgewinn

Achtsamer Mitarbeiter = Glücklicher Mitarbeiter

Solange es eine Win-win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist, why not?

 

Arten von Achtsamkeit

Oh ja, auch die Achtsamkeit kann in verschiedene Kategorien unterteilt werden.

Denn du kannst Achtsam sein, wenn du…

  • deine Umwelt wahrnimmst
  • deinen Körper wahrnimmst
  • deine Gefühle wahrnimmst
  • deine Gedanken wahrnimmst

Dabei ist es wichtig, dass du achtsam bist, ohne deine Empfindungen zu beurteilen. Das mag sich komisch anhören, aber hilft einem ungemein dabei seine Umwelt und sich selber auf einer ganz neuen Ebene zu reflektieren.

 

Meditation und Achtsamkeit

Meditation und Achtsamkeit

Meditation hilft ebenfalls dabei achtsamer zu werden. Doch was ist der Unterschied zwischen Achtsamkeit und Meditation? 

Um zu meditieren, muss man achtsam sein. Aber man kann achtsam sein, ohne zu meditieren.

So kannst du zum Beispiel achtsam dein Frühstück essen. Aber während des Frühstücks zu meditieren, wird sich wahrscheinlich als etwas kompliziert entpuppen.

Ich war Anfang des Jahres 2020 bei einer 10-tägigen Vipassana Meditation und das hat mir ungemein dabei geholfen achtsamer durch den Tag zu gehen. Zugegeben, es klappt nicht immer, aber ich bin auf jeden Fall besser darin geworden.

 

Übungen für mehr Achtsamkeit im Alltag

Zum krönenden Abschluss gebe ich dir noch drei Achtsamkeitsübungen an die Hand, die du ganz einfach in deinen Alltag einbringen kannst.

 

  1. Den Arbeitstag mit achtsamen Nichtstun beginnen

Setz‘ dich, bevor du anfängst zu arbeiten, an deinen Schreibtisch und atme ein paar mal bewusst ein und aus. Dabei sollte dein Atem natürlich kommen.

Registriere dabei die Qualität deines Atems: Ist er flach oder tief? Langsam oder schnell? Rau oder weich?

Und nimm für eine Minute auf eine nicht-wertende Weise deinen Körper und deinen Gemütszustand wahr.

Wie fühlst du dich gerade? Wie geht es deinem Körper?                

Das war’s auch schon. Jetzt kann du anfangen zu arbeiten.

 

  1. Nimm‘ dein Essen mit allen Sinnen wahr

achtsam essen im alltag

Iss dein nächste Mahlzeit bewusst. Also kein Handy oder keine Serie nebenbei, sondern nimm wirklich nur wahr was du isst.

Achte auf die Textur deines Essens, den Geruch und den Geschmack.

Fun Fact am Rande: Bei meiner Recherche bin ich auf einen Artikel gestoßen, bei dem ein Mädchen Achtsam eine Rosine gegessen hat. Dabei ist ihr bewusst geworden, dass sie Rosinen eigentlich echt eklig findet, obwohl sie sie ihr ganzes Leben lang gesessen hat. Das hat mich schon ins Grübeln gebracht. 

 

  1. Nutze deine Wartezeit

Wenn deine Verabredung sich verspätet oder du auf die Bahn wartest, dann nutze die Zeit für eine Achtsamkeitsübung.

Anstatt durch Instagram zu scrolle, versuche deine Umgebung bewusst wahrzunehmen.

Was siehst du um dich herum? Welche Farben nimmst du wahr? Hörst du Vögel zwitschern?

Eine Idee, die ich in diesem Zusammenhang schön finde – Stell‘ du vor du würdest einen Roman über genau diesen Moment schreiben. Wie würdest du deine Umgebung beschreiben?

  

Zusammenfassung

Das waren wohl eine ganze Menge an Informationen. Das wichtigste, dass du für dich mitnehmen solltest:

  • Achtsamkeit verbessert dein Glücksniveau, es lohnt sich damit zu beschäftigen
  • Achtsamkeit ist keine Esoterik, sondern wissenschaftlich fundiert
  • Regelmäßige Meditation hilft dir dabei Achtsam zu sein
  • Integriere Achtsamkeit mit Hilfe von Übungen in deinen Alltag

Versuche eine Woche bewusst mehr Achtsamkeit in deinen Alltag zu integrieren. Ich bin mir sicher, dass du schnell einen Unterschied merken wirst. 

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